Berufsbild

Berufsbezeichnung

Verkäufer/Verkäuferin

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zum Verkäufer/ zur Verkäuferin dauert zwei Jahre. Die Ausbildung findet an beiden Lernorten des Dualen Systems, Betrieb und Berufsschule, statt. Da in den ersten beiden Ausbildungsjahren identische Ausbildungsinhalte vorgesehen sind, ist es möglich, nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung im Beruf Verkäufer/in die Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau im Einzelhandel fortzusetzen.

Zugangsvoraussetzungen

Es ist nach dem Berufsbildungsgesetz keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Mehrheitlich erwarten die Ausbildungsbetriebe mindestens den Hauptschulabschluss, wobei gute Kenntnisse in den Fächern Deutsch und Mathematik vorausgesetzt werden.

Verkürzung

Bei guten Leistungen in Betrieb und Berufsschule kann die Ausbildungszeit um 6 Monate verkürzt werden. Bei entsprechender Leistung und schulischer Vorbildung kann die Ausbildung um 12 Monate verkürzt werden.

Einer Ausbildungsverkürzung müssen Ausbildungsbetrieb und Industrie- und Handelskammer zustimmen, wobei eine Verkürzung auch noch nach Ausbildungsbeginn vereinbart werden kann.

Arbeitsgebiet

Aus den verschiedenen Branchen (Lebensmittel, Bekleidung, Unterhaltungselektronik, ...), Betriebsformen (Fachgeschäft, Warenhaus, Discounter, ...) und Verkaufsformen (Bedienung, Vorwahl, Selbstbedienung) ergeben sich Unterschiede im Aufgabenbereich der Verkäufer. Typische Arbeitsgebiete sind die Warenbeschaffung, Lagerhaltung, verkaufsvorbereitende Tätigkeiten, Warenpräsentation im Verkaufsraum, Kundenberatung und Kassiervorgänge.

Unterricht

Zum 1. August 2004 trat die Neuordnung der Einzelhandelsberufe in Kraft. Besonderen Stellenwert hat bei dieser Neuordnung die Vermittlung deckungsgleicher Ausbildungsinhalte für Verkäufer und Einzelhandelskaufleute in den ersten beiden Ausbildungsjahren. Auf diese Weise soll auch der Übergang nach der Verkäuferprüfung in das dritte Jahr erleichtert werden. Um dies zu gewährleisten, werden am Berufskolleg Lehnerstraße gemeinsame Klassen für beide Ausbildungsberufe gebildet.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden am Berufskolleg Lehnerstraße in der Regel insgesamt 12 Unterrichtsstunden an zwei Wochentagen unterrichtet. Der Berufsschulunterricht des 1. Ausbildungsjahres findet jeweils montags und donnerstags statt; dienstags und freitags sind die Berufsschultage im zweiten Ausbildungsjahr.

Berufsbezogener Bereich

  • Kundenkommunikation und -service
  • Warenbezogene Prozesse
  • Wirtschafts- und Sozialprozesse
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Datenverarbeitung
  • Fremdsprachen Kommunikation (Englisch)
  • Kaufmännisches Rechnen

Berufsübergreifender Bereich

  • Politik
  • Deutsch/Kommunikation
  • Sport
  • Religion

Bildungsgangaktivitäten

1. Ausbildungsjahr:

  • Besuch der Essener Messe: „Mode, Heim und Handwerk“
  • „Vorstellung des eigenen Ausbildungsbetriebs“ Zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres erstellt jede(r) Auszubildende eine plakatgestützte Präsentation des eigenen Ausbildungsbetriebs, die anschließend der jeweiligen Klasse vorgestellt wird.
  • Projekttag"Fit for work life": Im Rahmen dieses Projekttages im ersten Ausbildungsjahr haben die Auszubildenden die Möglichkeit, Hilfsangebote kennen zu lernen und sich präventiv mit Problemsituationen auseinander zu setzen. Dazu stellen u. a. verschiedene Beratungsstellen (z. B. Schuldner- oder Suchtberatung) ihre Arbeit vor. Daneben werden auch Themen wie Prüfungsängste und Lernstrategien aufgegriffen.

2. Ausbildungsjahr:

  • Simulation der mündlichen und schriftlichen Abschlussprüfung für Verkäufer
  • „Falschgeldprävention“ Im zweiten Ausbildungsjahr findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank ein Seminar rund um das Thema „Falschgeld“ statt. Hierbei werden mit den Auszubildenden Rechtsgrundlagen und Sicherheitsmerkmale sowie praktische Verhaltensweisen im Falle von Falschgeld thematisiert.

Lehrplan

In den einzelnen Fächern werden unterschiedliche Lernfelder (LF) behandelt. Die Zuordnung der Lernfelder zu den Unterrichtsfächern und Ausbildungsjahren ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Wirtschafts- und Sozialprozesse

  • LF 1 (1. Jahr): Das Einzelhandelsunternehmen repräsentieren
  • LF 9 (2. Jahr): Preispolitische Maßnahmen vorbereiten und durchführen

Warenbezogene Prozesse

  • LF 4 (1. Jahr):Waren präsentieren
  • LF 5 (1. Jahr): Werben und den Verkauf fördern
  • LF 6 (2. Jahr): Waren beschaffen
  • LF 7 (2. Jahr): Waren annehmen, lagern u. pflegen

Kundenkommunikation und -service

  • LF 2 (1. Jahr): Verkaufsgespräche kundenorientiert führen
  • LF 3 (1. Jahr): Kunden im Servicebereich Kasse betreuen
  • LF 10 (2. Jahr): Besondere Verkaufssituationen bewältigen

Kaufmännische Steuerung u. Kontrolle

  • LF 8 (2. Jahr): Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren

Datenverarbeitung

  • LF 3 (1. Jahr): Kunden im Servicebereich Kasse betreuen
  • LF 5 (1. Jahr): Werben und den Verkauf fördern

Englisch
Für den Ausbildungsberuf Verkäuferin/Verkäufer sowie Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel sind inhaltliche Aspekte zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs besonders in den Lernfeldern 2, 3, 5, 6, 10 und 12.

Literaturliste

Eingeführte Bücherreihe

„Zukunft im Einzelhandel“, 1. bis 2. Ausbildungsjahr

Wichtig: lediglich das Buch für das erste Ausbildungsjahr ist von den Schülern selbst zu beschaffen.

Schulbuch für das 1. Ausbildungsjahr

    • „Zukunft im Einzelhandel – 1. Ausbildungsjahr"
      Schülerbuch (27,00 €)
      5. Auflage 2016
      Europa-Nr.: 99730
      ISBN 978-3-8085-9678-4

IHK-Prüfung

Schriftlicher Teil (50%) Mündlicher Teil (50%)
1. Verkauf und Marketing (25%)

90 Minuten, offene Fragen
praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Bereichen Verkauf, Beratung, Kasse, Warenpräsentation, Werbung


Aus zwei praxisbezogenen Situationsaufgaben wählen Sie eine Aufgabe aus. Das Thema der Aufgaben richtet sich nach dem Abfragebogen, den Sie vor der Anmeldung zur Prüfung ausgefüllt haben (siehe Abbildung). Sie werden nur noch dann ausführlich in Warenkunde geprüft, wenn Sie als Wahlqualifikation "Beratung und Verkauf" angegeben haben. Allgemeine Warenkenntnisse müssen Sie allerdings immer nachweisen.

Der in Ihrem Berichtsheft dokumentierte Warenbereich ist zu berücksichtigen. Bringen Sie unbedingt Ihr Berichtsheft zur Prüfung mit und achten Sie darauf, das es vollständig ist (auch die Unterschriften!).

Sie haben dann höchstens 15 Minuten Zeit, sich auf die Fragen vorzubereiten.

Das Fachgespräch (= Prüfung) soll dann höchstens 20 Minuten dauern.

Eventuell erfolgt danach noch eine Ergänzungsprüfung.





2. Warenwirtschaft und Rechnungswesen (15%)

60 Minuten, programmiert (Multiple-Choice)
praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Bereichen Warenannahme, Lagerung, Bestandsführung und -kontrolle, Rechnerische Geschäftsvorfälle, Kalkulation

3. Wirtschafts- und Sozialkunde (10%)

60 Minuten, programmiert (Multiple-Choice)
praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Bereichen Grundlagen des Wirtschaftens, rechtliche Rahmenbedingungen, Menschliche Arbeit im Betrieb, Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Fort- und Weiterbildung

Nach der erfolgreich bestandenen Verkäuferprüfung kann sofort die Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau im Einzelhandel angeschlossen werden. Diese Möglichkeit wird jedes Jahr von zahlreichen Auszubildenden wahrgenommen. Da die Ausbildungsinhalte der beiden Berufsbilder in den ersten beiden Jahren gleich sind, ist nur noch das 3. Ausbildungsjahr zu durchlaufen. Im Anschluss wird dann wiederum eine schriftliche und mündliche Prüfung vor der zuständigen IHK abgelegt.

Informative Links:

www.bibb.de

www.bmwi.de

www.einzelhandel.de

www.handelsfachwirt.de

Ansprechpartnerin

Mandy Klamt, Studienrätin

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